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- 19.6.2009: Guantanamerika
- 4.3.2009: So ein netter Versuch
Archiv der Kategorie Außer sich sein
Guantanamerika
19.6.2009 von Gedanquill.
Die Gefangenen sihind frei,
wer kann sie erwarten?
Sihi fliehen vohobei,
aus düsteren Staaten.
Kein Mensch will das wissen,
ein jeder wird beschissen.
eine Bleibe auf Palau sei:
Neu gefahangen und frei!
Geschrieben in Nasqualmbluten, Außer sich sein, fernblick | Keine Kommentare »
Deutsche Höflichkeit
8.12.2007 von Gedanquill.
Die Höflichkeit ist eine Kunst,
aus Nichts ein Lächeln auszusäen.
Dem Deutschen fehlt gleich jeder Dunst,
den Mechanismus zu verstehen.
Ein “Guten Tag!” erschrickt so sehr,
man will sich gleich beleidigt fühlen.
Entschuldigen fällt doppelt schwer,
ein Held will nicht in Schwächen wühlen.
Ein Bier im Rheinland ist kein Spass.
man sieht sich nicht beim Prosten an.
Ein jeder starrt nur in sein Glas
dass er nur endlich trinken kann.
Unmöglich scheint ein warmer Gruß:
die Augen streben stets zur Seite.
Dass man nichts sieht, nicht grüßen muss:
Man blickt ins Grüne, in die Weite.
Natürlich kann der Mensch auch feiner
sogar dem Deutschen kann’s gelingen
In guten Zeiten schafft es einer,
Verdruß und Unmut zu bezwingen.
Das tut man gleich den Freunden kund,
man feiert trinkend sein Gelingen,
und hält vor allem nicht den Mund.
Zu gern hört man sich selber singen.
Am nächsten Tag im Kopf die Schmerzen.
Und jeder Vorsatz, nett zu sein,
ist längst vergessen, auch im Herzen.
Zu gerne teilt man Pech und Pein.
Warum beschließt man ohne Grund,
so oft und gerne schlecht zu denken,
bestraft die Mitwelt mit dem Mund:
Kann sich das Deutsche das nicht schenken?
Geschrieben in Nasqualmbluten, lochzitter, Außer sich sein, fernblick | 7 Kommentare »
Schnupftuchfetzen und Demento
4.12.2007 von Gedanquill.
Winke, winke, meint sie mich?
Huch, ich lächle, sie jetzt auch,
wie ich wachse aus dem Bauch.
kenne ich Sie wissentlich?
Oh, jetzt kommt sie zu mir hin!
Mach ich, lass ich, fass ich das?
Warum hat sie soviel Spass?
Oh, ich kratze mich am Kinn,
schau’ verlegen auf die Uhr,
und dann wühl’ ich in der Jacke,
Schnupftuchfetzen, welche Schande,
bin ich völlig aus der Spur?
Fummelfetzen an den Fingern,
und mein hektisch Taschenspiel
beult herum, doch hilft nicht viel.
Hilft mir Lutschen an den Dingern?
Prima, Hände find nun fauber,
doch waf pappelt an der Lippe
fo alf Tütenmonfterkippe?
Weifer Ftreif auf grünem Schnauber!
Mit dem Rücken meiner Hand
wische ich durch mein Gesicht
alles weg - ich find es nicht!
Fähnchen weiss, an Schädelwand,
flattert aus der Restfrisur.
Uhh, verlegen weggeduckt,
Glocken schnell zurechtgejuckt,
kämmen Finger Korrektur.
Doch woher kommt der Geruch?
So intim und so persönlich?
Täglich wasch ich mich gewöhnlich!
Großer Glockenfingerfluch!
Kann so nicht zur Arbeit gehen,
hab’ kein Deo aufgelegt.
Was hat mich so aufgeregt?
Weit und breit ist nichts zu sehen.
Warum ist die Frau so heiter?
Aber Paps, was machst Du hier?
Sollst doch gar nicht vor die Tür!
?!? - Besser ist, ich gehe weiter…
Geschrieben in Bebflirren, Außer sich sein, Ende | Keine Kommentare »
Treiben im Regen
3.3.2007 von Gedanquill.
Wie gierende Blüten erbeben die Hände,
im Takte sich räkelnd hinauf in die Lüfte.
Es wiegt sich mein Körper im kreisenden Tanz.
Die Haare mir streicheln so sanft und behende
als glänzglatte Seide auf schwingender Hüfte,
dass Knospen erblühen im hauchnassem Kranz.
Als lindwarmes Prickeln umschließt mich die Nässe,
beklatscht mich im Wirbeln mit leisem Applaus.
Die Achseln verströmen in hauchender Kühle
die Ahnung von Flammen auf glühender Blässe.
Es treibt mich ein Sehnen nach Rhythmus hinaus
in dampfende Güsse und tropische Schwüle.
Die Süßwasserperlen umschließen das Salz
und spülen erregt über Wange und Hals,
versinken im duftenden, schwellenden Schoß.
Mit gleitenden Händen, so stell ich ihn bloß.
Verrutschende Wäsche bedeckt mich nur knapp,
die Jeanshose klebt und ich streife sie ab.
Sie umschmeichelt die Füße, sucht saugend nach Halt,
nur ein nasswarmes Brodeln besprenkelt mich heiß.
Und mein Stampfen entfesselt die sanfte Gewalt,
taucht die glänzende Haut in Verlangen und Schweiß.
Ich erwecke den warmen, benetzten Asphalt,
und die in mir verborgene Wollustgestalt
bäumt den Körper mir auf, wie zum Bogen gespannt,
beide Arme, Gesicht in den Regen gereckt.
Und wie Nebel durchdrängt mich ein Ziehen der Lust,
wird ein Strömen von schmelzendem, glühendem Brand,
der ein berstendes Stöhnen und Fühlen erweckt,
schieb mir langsam die Bluse von wölbender Brust.
Fremde Hände erspüren die Taille an mir,
rücklings pressend Dein Knie in die Hitze entgleitet
und gekonnt meinen Schritt hin zum Torbogen weitet.
Die Berührung genossen, zur Statue gegossen,
mein Beherrschen zerborsten, das Denken geschlossen,
explodiert mein Empfinden, bin tobende Gier.
Völlig lebengeflutet, verwandelt und frei,
so entfährt mir ein wildes Walkürengeschrei.
Hab Dein Drängen gepackt, mir zum Spaß, dir zur Qual,
deinen schutzlosen, zuckenden Lustmarterpfahl.
Steht nun auf, steht mir bei, steht mir zu, steht mir vor:
und ich öffne das schlingende, lüsterne Tor…
(c) 2007 by Gedanquill
Geschrieben in Bebflirren, Außer sich sein | 11 Kommentare »
Seelentroß
16.2.2007 von Gedanquill.
Gleich stirbt der Tag
mit Glockenschlag.
Ich bin noch wach
und denke nach.
Mein Herz ist Hand
nach vorn gewandt
und bremst die Zeit,
die mich befreit.
Allein mit mir
wach ich bei Dir
und denk an Licht.
Ich brauch Dich nicht.
Zu sehr verweist
ist noch mein Geist.
Die Seele reist
zu langsam meist.
Es wird mir still
weil ich es will.
Bin Ihr mir wert.
Zurück, gekehrt.
Geschrieben in Außer sich sein, Sein Ich sein, federnschwindel | 5 Kommentare »
Straight Through Processing (STP)
22.1.2007 von Gedanquill.
Viele Worte, Nichts zu sagen,
Gedachtes durch die Feder jagen.
Schon getrocknet, wenn bedacht,
zum Witz gemacht, doch nicht gelacht.
Geschrieben in Außer sich sein, fernblick | 4 Kommentare »
execution
4.1.2007 von Gedanquill.
hände hat man mir gebunden.
schweiß stinkt beißend mir ins hirn
aus der Augen zwängend zwirn
seelenahnen riecht die stunden.
haltung zwingt das kreuz der hände
selbst in bande eingeschlungen
schleichend scharf ins fleisch gedrungen
fingerkuppen streicheln wände
rotz und regen kühlt die wangen
so wie schrei und spott das ohr
steh’ mir selbst betrachtend vor
seh mich atmen hör mich bangen
schmerz im arm stößt mich ins ich
platze auf in hass und fieber
schneller tod ist wär mir lieber
augen frei und messerstich!
Halte ein, lebloses Tier!
Ich! Bin Leben! Kann mich ändern!
Schrei ich denn zu Kleiderständern?
Ohh, erkenn’ den Mensch in mir!
hähme grinst durch tränenfluss
zentnerschweres kinngewicht
fairer abschied ist das nicht
schwarz allein leer gähnen schuss…
Geschrieben in Außer sich sein, Ende, schmerzdruckwatte | 5 Kommentare »
Lesen verboten!
14.12.2006 von Gedanquill.
Welche Neugier treibt Dich her,
kannst zwei Wörtchen nicht gut sehen?
Regeln folgen fällt Dir schwer,
wolltest nicht zur Schule gehen?
Vielleicht bist Du nur dreist getrieben,
gern zarte Grenzen niedertrampelst.
Wärst besser gleich zu Haus geblieben,
nun in der Sätze Netze strampelst.
Erkenntnis wird Dir nie gegeben!
Haah, schau verblüfft, bestürzt, empört!
Saugst meine Bilder Dir zum Leben,
Schenkst Dir den Sinn, der mir gehört!
Die Regeln brichst Du unverfroren,
und mir gleich auch aus meinem Munde,
was hast Du, Armer, hier verloren,
mit Hirnleid zahlst Du diese Stunde!
Beleidigt sehen meine Worte
gefesselt sich in Deinem Blick!
Verzieh Dich doch an andre Orte,
Wie drängt man Dich ins Loch zurück?
Du Beispiel roter Schwellgesichter,
verhöhnt Dich leicht ein Dieb der Zeit.
Bin Wortgelichter, bin kein Dichter!
So lies dies und es tut Dir leid.
Geschrieben in Nasqualmbluten, Außer sich sein | 5 Kommentare »
Heldiot
21.11.2006 von Gedanquill.
Seit früh um vier
ein Turm von Fragen
ich sitze hier
um mich zu plagen
doch stört’s mich nicht
voll Zuversicht.
Kollegen alle längst schon fort,
der Chef ist auch schon lang daheim
Das Büro ist jetzt ein stiller Ort,
frei von tumbem Redeschleim.
Die Fenster sind nun dunkle Wände
ich denke eine Kleinigkeit
Kaffeezittern führt die Hände
bedenke sie für eine Zeit
Mund stinketrocken
ausgedörrt
Gedankenblitz zieht Speichelflocken
ins schwarze Loch
Nichts
was mich stört
Ich denke - was? Wo war ich noch?
Ein Blick zum schwarzen Fensterspiegel
seh ich mich grinsen.
Über meinem Brillenbügel
gelbgefleckte Brennstofflinsen
ein fratzenguter Witz.
Wangen, Brauen wollen kneifen
gußstahlstarre Willensreste
auf Naseweiß, schweißglänzend spitz
reiten dunkle Augenreifen
Ja, ich bin der Allerbeste.
Die Lochfraßopfer wieder raus
aus meiner Scharfsinnssenke.
Mein Bildschirm sieht so komisch aus
- Weiß ich was ich denke? -
ist völlig schwarz wie Druckertoner
der Arbeit Hälfte ist vollbracht
ach stimmt ja, ist der Bildschirmschoner.
Hah, nur keine Müdigkeit!
Rest schaff ich, wäre doch gelacht.
Erst zehne, bleibt noch ewig Zeit.
Das Aquarium der Finsternis
zückt zuckerbunte Lichterplatten
schlägt hinter mir den scharfen Riss
aus krummgehockten Körpers Schatten
als Wändedruck in später Nacht.
- Was war noch gleich mein Streben? -
Was wollt ich noch mit aller Macht?
Bald ist’s vollbracht,
will alles geben.
So dunkel hier
kurz Augenschließen
ein zahlreich schwarzes Traumgetier
ergießt sich - kaum mehr Licht zum Denken.
Pechzungengleich Gedanken fließen
Muss ich denn alle Zeit verschenken?
Blick wieder auf
doch stark getrübt
mitwandernd schwarzer Federschnee
was nächtens es nicht alles gibt
das ich solch wirre Dinge seh.
Zum Fertigwerden hab ich Lust
auf meiner Stirn nun kalter Schweiß.
Den Ledergürtel zieht mir wer
um die Brust!
Stahlklammerfaust!
wie’s in mir reißt…
ich atme
schwer
mein Herz
schläft
ein
will
kann nicht
schrei´n
hab Blut im Ohr…
schon Nichtgedanken…
Flackerkerze…
Schulterschwanken
Kalter Graus!
Mein Ich
und Denken
Licht
geht
aus…
…umfängt mich sacht
Bewusstsleere…
Nichts vollbracht…
…was fertig wäre…
Geschrieben in Außer sich sein, Ende, schmerzdruckwatte, federnschwindel | 3 Kommentare »
Fremdes Auge
8.11.2006 von Gedanquill.
Du fremdes Auge in meinem Gesicht
warum kennst Du mich,
ich kenn Dich nicht.
Ja, Dein Blick hat Macht gesehen.
Seelenschwärze?
Ich schaue weg, kann’s nicht verstehen.
Ein Glitzern, friert’s mich, fast schon kalt
bist Du nicht Vater?
Wo denn? Halt!
Ein Zug der Güte bricht den Blick
Augenlächeln,
bin zurück.
Gott sei Dank.
Geschrieben in Außer sich sein | Keine Kommentare »
