Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Eindrücke, federleicht - Kopfguss.de für November, 2006.
- Anfang (6)
- antithesis (5)
- Außer sich sein (12)
- Bebflirren (3)
- deltarium (10)
- Ende (15)
- federnschwindel (7)
- fernblick (12)
- Haiku (2)
- hüpfballherz (8)
- kinngewicht (3)
- lochzitter (4)
- Nasqualmbluten (6)
- pfeilblickfern (11)
- schmerzdruckwatte (7)
- Seide (2)
- Sein Ich sein (21)
- tropftrudelschwere (2)
- tryptichon (3)
- Unfertig (5)
- Wartesaal (5)
- 21.8.2010: kryptisches vergessen
- 26.5.2010: In Jesus leuchten
- 24.3.2010: - nereeL mov erheL eiDie Leere vom Lehren -
- 4.2.2010: Oben auf dem Pass
- 19.8.2009: Antwort auf die Impertinenz einer Scheinbaren
- 2.7.2009: Wahre Liebe
- 2.7.2009: Trommelfell
- 25.6.2009: Des Toren linkes Ohr
- 19.6.2009: Guantanamerika
- 4.3.2009: So ein netter Versuch
Archive für November 2006
Frühlingsreigen (II)
30.11.2006 von Gedanquill.
Frühlingsreigen
Bändertanz
Köpfe neigen
Augenglanz
Liebes Glück
Herzens Lachen
Schritt zurück
Weiter machen
Köpfe drehen
Blicke heiß
Wieder sehen
Frischer Schweiß
Sehnsuchtsbann
Hände reichen
Schritt voran
Finger streichen
Körper blühen
Band gewoben
Seelenglühen
Fort geschoben
Alles fliegt
Bänder wehen
Herz besiegt
Schneller drehen
Wechselpaare
Wirbeln wild
Wehen Haare
Wüstes Bild
Sanftes Küssen
Dich gepackt
Fühlen müssen
Lippen nackt…
Geschrieben in hüpfballherz, pfeilblickfern, Wartesaal | 3 Kommentare »
Fliegender Geburtstag
28.11.2006 von Gedanquill.
Dort, der Bahnhof ist in Sicht!
Kopf heraus und schon mal winken.
Doch das Fenster öffnet nicht
Jetzt! Zwing ich das Biest zu sinken.
Eile heut’ von Süd nach Nord,
soll beruflich was gestalten.
fahr’ durch meinen Heimatort,
leider will der Zug nicht halten.
Die Familie hält die Torte
steht am Bahnsteig in dem Nest
ruft mir zu Geburtstagsworte
heute ist Familienfest!
Fang vom Kuchen noch ein Stück
doch Dreiviertel nimmt der Wind
mein Geschenk fang ich zum Glück
die Dreiviertel fängt ein Kind
sich mit seiner bunten Schürze
seine Mutter trifft der Schreck
fast ich aus dem Fenster stürze
- leichte Kurve - bin schon weg.
Geschrieben in hüpfballherz, pfeilblickfern | 2 Kommentare »
Volksverhelfer
24.11.2006 von Gedanquill.
Ihr Überwinder, Lösungsfinder,
seid Gotteskinder, Volksverbinder.
sucht Willenskrieger, Angstbesieger,
nährt Leistungsträger, Überflieger!
So hoch führt Ihr die Spannungsleitung
mit Händen fangt Gewitterblitze
Schaut täglich aus der Tageszeitung
Sprecht spritzig feine Sprachenspitze
Mit blumig weichem Stahlglanzlächeln
führt Welten, Krieg, Globalverkehr
versteht das Kuppeln, Tritteln, Rächeln
gewandt, galant, bedeutungsschwer
Erschnüffelt blind aus Eurem Sitz
das Volk, dass Euch verdauen mag
habt Euch aus einem Holz geschnitzt
das oft im Wind gebogen lag.
Und in die Bücher der Geschichtler
verbohrt Ihr Nase, Augen, Ohren
dass Eure edlen Glanzgesichter
gehn für die Nachwelt nicht verloren.
Geschrieben in deltarium | 5 Kommentare »
Bettelträumer
23.11.2006 von Gedanquill.
Ach, endlich, welch ein guter Tag!
Gleich zwanzig Abos an der Tür,
Sonst ich mich mit dem Drücken plag,
doch heut lief’s gut, schlägt erst halb vier.
Jetzt schnell, in die belebte Gasse,
die Zeit will ich zum Betteln nutzen.
Mein Gott, wie ich Hausieren hasse,
und täglich diese Klinken putzen.
Es regnet, meine Füße brennen.
Wie weit bin ich denn bloß gelaufen?
Noch ein paar Euro und dann pennen.
doch vorher drängt’s mich was zu saufen.
Nur einen Kleinen, will nicht enden,
wie da die Penner an den Wänden.
Dort drüben ist es noch schön trocken,
heraus mein Schild und auch die Mütze.
Werd mich auf meine Tasche hocken,
damit ich nicht so kalt hier sitze.
Ach liebe Leut’! Gebt nur genug!
Nur Fraß verfüttert mir mein Quäler.
ich brauch’ ein Ticket für ‘nen Zug
möcht fliehen in des Elsass Täler.
Dort melde ich mich insolvent,
rät Hotte, wegen meiner Schulden.
Ist einer, der die Tricks gut kennt,
zwei Jahre nur muss mich gedulden.
Hierzulande sind es sieben,
das ist eine lange Zeit.
Immer nur herumgetrieben!
Hass’ es, bin das Dämmern leid.
Vielleicht werd’ ich dann Publizist.
In diesem Buch ist’s gut erklärt.
Und wenn das gar nichts für mich ist,
dann läuft’s wie immer: Grundverkehrt.
Der Oberbonze, Nadelstreifen
warum wohl starrt er mich so an?
Kann wohl mein Elend nicht begreifen,
ich schau Ihn lieber gar nicht an.
Wie ich das hasse, ich mich schäme,
Oh, Dank! Ein Euro! Hilft mir weiter…
Wenn ich nur in das Elsass käme,
vergäß ich meinen Seeleneiter…
Da sind die ander’n, ist’s gelaufen?
Ja, geht auf Weihnacht langsam hin.
So lasst uns schnell noch einen saufen.
Mist, nichts mehr in der Flasche drin?
Um drei Viertel, Menschenskinder,
in den Bus pfercht er uns wieder.
Dieser alte Menschenschinder,
schlag’ ihn eines Tages nieder…
Geschrieben in antithesis, deltarium | 11 Kommentare »
Bettelgott
22.11.2006 von Gedanquill.
Hier Unterführung, dunkel dreckig,
dort kalt beweintes Buntsteinpflaster.
Ein Bettler hockt, Klamotten speckig,
vor ihm das Mützlein für den Zaster.
Hält krumm gebeugt den Kopf gesenkt.
Sein Haar ist fettig, nicht bedeckt.
Hält vor mir sein Gesicht versteckt,
möcht sicher gerne Geld geschenkt.
Sitzt noch im Trocknen, schon im Licht
ein bessres Plätzchen gibt’s hier nicht.
Und weil ihm grad das Leben fad
liest er ein Buch ganz angestrengt,
dass er nicht so ans Betteln denkt.
Schier Stein er starrt zur guten Tat.
Erklären braucht er auch nicht viel.
Ein Pappschild klare Auskunft weiß:
Muss Betteln - ihm ein Kinderspiel
ihn Lesen lassen lohnt den Preis.
Die Mütz schon manche Münze hält
und die Lektüre scheint gewitzt.
Zufrieden blickt er auf das Geld.
Es scheint, dass er hier gerne sitzt.
Ein junger Kerl, könnt Bäume heben!
sieht wohlgenährt und kräftig aus.
Warum soll ich ihm etwas geben?
Er sieht doch so beschäftigt aus.
Ist’s etwa ein geringster Bruder,
ist Jesus, gleich, von mir beschenkt?
Trügt ohne Puder Wohlstands Luder,
geheim sich Hohn und Häme denkt:
“An Langmut leidet diese Welt:
Viel Gram im Spiel zwingt Scham zu Geld!”
Ich denk an Jesus, ruf ihn leis’.
Der Bettler liest, hat nicht gehört.
“Herr Jesus, zahl ich Dir die Speis’?”
Kein Wort den Tropf beim Lesen stört.
Scheint so beschäftigt, keine Zeit.
Ich geh aus reiner Höflichkeit.
Und später auf dem Weg nach Hause
seh ich ihn im Gespräch versunken.
Des Pappschild’s Botschaft ist nun “Pause”.
Es wird gelacht - und Bier getrunken.
Ich trotte heim, fühl mich zerrissen
Des Lasters Kosten mir zur Last!
Welch Wähnen wundet mein Gewissen?
Kein Goldstück hab’ ich angefasst.
.
Geschrieben in antithesis, deltarium | 8 Kommentare »
Heldiot
21.11.2006 von Gedanquill.
Seit früh um vier
ein Turm von Fragen
ich sitze hier
um mich zu plagen
doch stört’s mich nicht
voll Zuversicht.
Kollegen alle längst schon fort,
der Chef ist auch schon lang daheim
Das Büro ist jetzt ein stiller Ort,
frei von tumbem Redeschleim.
Die Fenster sind nun dunkle Wände
ich denke eine Kleinigkeit
Kaffeezittern führt die Hände
bedenke sie für eine Zeit
Mund stinketrocken
ausgedörrt
Gedankenblitz zieht Speichelflocken
ins schwarze Loch
Nichts
was mich stört
Ich denke - was? Wo war ich noch?
Ein Blick zum schwarzen Fensterspiegel
seh ich mich grinsen.
Über meinem Brillenbügel
gelbgefleckte Brennstofflinsen
ein fratzenguter Witz.
Wangen, Brauen wollen kneifen
gußstahlstarre Willensreste
auf Naseweiß, schweißglänzend spitz
reiten dunkle Augenreifen
Ja, ich bin der Allerbeste.
Die Lochfraßopfer wieder raus
aus meiner Scharfsinnssenke.
Mein Bildschirm sieht so komisch aus
- Weiß ich was ich denke? -
ist völlig schwarz wie Druckertoner
der Arbeit Hälfte ist vollbracht
ach stimmt ja, ist der Bildschirmschoner.
Hah, nur keine Müdigkeit!
Rest schaff ich, wäre doch gelacht.
Erst zehne, bleibt noch ewig Zeit.
Das Aquarium der Finsternis
zückt zuckerbunte Lichterplatten
schlägt hinter mir den scharfen Riss
aus krummgehockten Körpers Schatten
als Wändedruck in später Nacht.
- Was war noch gleich mein Streben? -
Was wollt ich noch mit aller Macht?
Bald ist’s vollbracht,
will alles geben.
So dunkel hier
kurz Augenschließen
ein zahlreich schwarzes Traumgetier
ergießt sich - kaum mehr Licht zum Denken.
Pechzungengleich Gedanken fließen
Muss ich denn alle Zeit verschenken?
Blick wieder auf
doch stark getrübt
mitwandernd schwarzer Federschnee
was nächtens es nicht alles gibt
das ich solch wirre Dinge seh.
Zum Fertigwerden hab ich Lust
auf meiner Stirn nun kalter Schweiß.
Den Ledergürtel zieht mir wer
um die Brust!
Stahlklammerfaust!
wie’s in mir reißt…
ich atme
schwer
mein Herz
schläft
ein
will
kann nicht
schrei´n
hab Blut im Ohr…
schon Nichtgedanken…
Flackerkerze…
Schulterschwanken
Kalter Graus!
Mein Ich
und Denken
Licht
geht
aus…
…umfängt mich sacht
Bewusstsleere…
Nichts vollbracht…
…was fertig wäre…
Geschrieben in Außer sich sein, Ende, schmerzdruckwatte, federnschwindel | 3 Kommentare »
Sanfter Gruß
16.11.2006 von Gedanquill.
Alles im Fluss
zieht alternd vorbei
Dir einen Gruß
bleibe Dir treu.
Schau nicht zurück
Strom sollst Du fühlen
spüre das Glück
die Finger umspülen.
Geschrieben in Sein Ich sein | 2 Kommentare »
Frühlingsreigen
15.11.2006 von Gedanquill.
Frühlingsreigen
Bändertanz
Köpfe neigen
Augenglanz
Lieber Blick
Herzens Lachen
Schritt zurück
weiter machen
Fortgetanzt im Bänderkreis
Köpfe drehen
Gesichter heiß
wieder sehen
frischer Schweiß
Blick verstehen
Sehnsuchtsglück
Gefühlte Reife
Schritt zurück
Band gewebt
Tanzend wieder fortgeschwebt
Lieb in bunter Warteschleife
Geschrieben in Unfertig | 4 Kommentare »
Stärke ohne Liebe
15.11.2006 von Gedanquill.
Oben dort
ein Funkelstern
glimmt so fern
und schwach
Alles Licht gegeben
für des Kämpfers Leben
glüht noch etwas nach
Arm und Bein
nicht verloren
eingefroren
Sternenzacken
Gefühlter Schmerz
aus Sternenherz
hängt Flatterband
wie Glitzertand
ist so schwer
zieht so sehr
zieht zu Erden
schneller werden
schmilzt das Eis
wird bald heiss
muss jetzt glühn
dem Himmel fliehn
heller Strahl
Kometenqual
spürt
Kämpferherz
Lieb Gesicht!
geliebter Traum
im Weltenraum
im Sternenlicht
Herz glüht auf!
Lichterschrei
Licht vorbei
Dunkelheit
Herzeleid
Kämpferschmerz
andernort.
Geschrieben in tryptichon, deltarium | Keine Kommentare »
Der Liebe Stärke
13.11.2006 von Gedanquill.
Menschlein trotzt
den Lebensstürmen
in die es sich hat vorgewagt.
Sorgenwolken hoch sich türmen
kämpft es mutig unverzagt.
Des Gegners Hiebe
ihn dann schlauchen,
Kraft zur Liebe
wird zum Brauchen
des andern Menschlein, Ruhekissen
vom Rückhalt geben
ausgedorrt
selbstlos
es den Kämpfer stärkte,
weht nun selbst
im Sturme fort.
Kaum
dass der Kämpfer es bemerkte,
wurde es hinfort gerissen.
Hängt noch an der Liebe Band
nun flatternd in des Sturmes Weite
zum Zerreißen angespannt
reißt schon
an der schwachen Seite
Ein wahrer Freund, vielleicht ein Held
der innehält
von Angst besessen
Band könnt reißen
selbst vergessen
sich beeilt
sich rettend hinterher zu schmeißen
Irrlichtpaar in Sturmgewalten
Funkentanz
fortgespült
ausgekühlt
nicht so ganz
Glimmgestalten.
Zwei Lichtlein müssen nicht verglüh’n
vereint sie mit dem Winde zieh’n
andernorts.
Geschrieben in tryptichon, deltarium | 2 Kommentare »
